Wasserschaden am Smartphone? Was tun wenn das Handy nass geworden ist

Foto: Rainer-Sturm pixelio.de

Das Schlimmste, was einem Smartphone-User passieren kann: Kurz abgelenkt oder nicht aufgepasst und schon ist das Handy in Waschbecken, WC, Bierglas, Meer und co versunken. Dagegen ist jeder Netzausfall und Akku-Leerstand absolut verkraftbar. Was tun wenn der Handy-Wasserschaden nun eingetreten ist?

Handy ins Wasser gefallen? Jetzt ist schnelles und vor allem überlegtes Handeln gefragt!

Die erste Maßnahme: Das iPhone, Samsung oder Nexus sofort aus dem  Schwimmbad, Cocktailglas oder der dem Klo herausholen und ausschalten. Je länger das Telefon dem Wasser ausgesetzt ist, desto tiefer dringt es in das Gerät zu den empfindlichen elektronischen Teilen vor.

Jetzt das Handy bestmöglich von außen trockenwischen oder abtupfen, damit nicht noch mehr Feuchtigkeit und Flüssigkeit eindringen kann. Dabei sollte man jeder Versuchung, das Gerät zu benutzen, zu viel zu bewegen oder gar auf dem Display oder den Tasten herumzudrücken widerstehen. Das macht es nur noch schlimmer!

Nun stellt sich die Grundsatzfrage: Ist das Handy gegen einen solchen Unfall versichert? Hat das Smartphone noch Garantie?

Bevor man die teure Versicherung in Anspruch nimmt, falls man eine solche hat, sollte man immer nach einer guten Möglichkeit suchen, dem hohen Aufwand der Abwicklung über die Versicherung zu entgehen. Meist wird man von dieser, falls sie den Wasserschaden überhaupt abdeckt, nur den Gegenstandswert des Handys, abzüglich der Selbstbeteiligung zurückerhalten. Also ist dies nur die allerletzte Lösung, wenn das Handy gar nicht mehr geht. Damit man die Garantie nicht verliert, darf das Telefon aber nicht in Kleinteile zerlegt und die Teile getrocknet werden.

Also sollte man versuchen, zunächst die beweglichen Elemente des Handys zu entfernen: Simkarte und wenn möglich Speicherkarte entnehmen und sofern es kein iPhone ist natürlich auch das Case mitsamt  Akku entnehmen. Alle Teile vorsichtig abtrocken. Durch die nun entstandenen Öffnungen gelangt besser trockene Luft an dein Smartphone und es kann nachher schneller trocken.

Jetzt ist schon mal die wichtigste Vorarbeit geleistet. Dennoch werden sich im Inneren des Geräts Feuchtigkeit und Wasser angelagert haben. Da man dies sicherlich nicht vollständig ausschließen kannst, muss nun etwas Geduld mitgebracht werden: Es gibt verschiedenen Wege damit das Smartphone jetzt schnell und gründlich trocknet und all das Wasser und die Feuchtigkeit aus dem Telefon verschwinden.

Möglichkeit 1: Weglege-Methode – Lange Wartezeit mit ungewissem Ausgang 

Man Lege das Handy etwa eine gute Woche beiseite und wartet ab. Wenn man Glück hat, verdunstet die Restfeuchte und nach sieben Tagen und das Gerät funktioniert wieder. Diese Methode eigentlich sich allerdings nur, wenn man auf sein Handy lange verzichten kann.

Möglichkeit 2: Bekanntes Haushaltsmittel Reis – kürzere Wartezeit mit ungewissem Ausgang 

Vielfach finden sich im Netz offensichtlich einfache Lösungen um feuchte Handys zu trocken: Man lege das Handy in ungekochte Reiskörner z.B. in eine Tüte oder Tupperdose, die dann fest verschlossen wird. Nach einigen Tagen soll das Smartphone dann wieder trocken sein. Diese Methode kann dem Telefon vielleicht helfen, ist aber genauso unsicher wie die „Weglege-Methode“

Hier einige Details warum das Haushaltsmittel Reis zum Trocknen nur bedingt geeignet ist: Reis kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, diese ist jedoch an physikalische Gegebenheiten gekoppelt, wie man es auch vom Reiskochen kennt. Dies hat damit zu tun, dass der Reis, der zum Trocken benutzt wird, zuvor einer bestimmten Luftfeuchtigkeit ausgesetzt war. So hat Reis je nach Sorte variierend bei 70% Luftfeuchtigkeit einen Wassergehalt von etwa  13 – 15 %. Damit der Reis nun die Feuchtigkeit (Wasserdampf) aus dem Handy überhaupt noch aufnehmen kann, ist es erforderlich, dass die Luftfeuchtigkeit bei der Wasserdampf-Aufnahme höher ist, als bsplw. die 70%, welchen er zuvor ausgesetzt wurde. Das ist jedoch in der Tüte oder Tupperdose mit dem Handy darin nur schwer zu erreichen und wird daher relativ lange dauern. Es wird wahrscheinlich genauso lange dauern, wie die „Weglege-Methode“. Um den Prozess zu beschleunigen, müsste der Reis also vorher gut getrocknet sein, damit er mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, was aber auch nicht so einfach und schnell umzusetzen ist.

Möglichkeit 3: Spezielle Trockenmittel verwenden – relativ sichere Methode, aber Achtung!

Eine professionelle Möglichkeit, um Feuchtigkeit schnell und sicher aufzunehmen, sind sogenannte Trockenmittel. Das sind spezielle chemische Stoffe, die besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen können. Weit verbreitet sind sogenannte Kieselgele oder Tonerden, welche im Vergleich zum Reis ein Vielfaches an Feuchtigkeit auch schon bei wesentlich geringer Luftfeuchte aufnehmen können (kurzer Vergleich zum Reis: 100g Kieselgel kann bei nur 40% Luftfeuchte über 25g Wasser, Tonerde ca. 19g aufnehmen, 100g Reis kann dagegen bei 70% Luftfeuchte nur etwa 15g Wasser aufnehmen).

Jeder hat diese kleinen Kieselgel-Päckchen schon einmal gesehen. Sie liegen oft in Schuhkartons oder bei technischen Geräteverpackungen bei. Wer jetzt denkt; „klar, packe ich doch die in meine Tüte oder Tupperdose“, hat das gleiche Problem wie beim Reis. Denn bei der normalen Luftfeuchtigkeit haben die Kieselgelpäckchen natürlich längst schon die maximale Feuchtigkeitsmenge aufgenommen, genau wie der Reis. Nicht alle Varianten dieser Kieselgelpäckchen lassen sich wieder im Backofen trocken, so dass man davon auch abraten sollte.

Diese Methode bringt also nur dann etwas, wenn die Trockenmittel-Päckchen noch im Originalzustand und nochmal luftdicht verpackt sind.

Möglichkeit 4: Mit Hitze behandeln – Achtung: Drohender Totalverlust

Vielfach kann man auch von Hitzebehandlung als Lösung für Feuchtigkeitsschäden an Handys lesen. Die Feuchtigkeit soll durch die hohe Temperatur schneller verfliegen. Von jeglichem Hitzeeinsatz ist für ein technisch so hochentwickeltes Gerät wie einem Smartphone jedoch dringend abzuraten. Die meisten Handys sind nur auf eine Temperatur von -10 °C bis +45 °C ausgelegt. Diese Grenze überschreitet aber schon eine Heizung oder ein Föhn. Viele Backöfen kann man so genau gar nicht einstellen. Die hochgetunten Telefone sind besonders bei Hitze sehr anfällig, daher sollte man von solchen Experimenten dringend abraten.

Was ist also die beste Möglichkeit, das ins Wasser gefallene Handy zu trocken?

Möglichkeit 5: Sets speziell für Feuchtigkeitsschäden an Handys – die schnellste und sicherste Methode

Es gibt inzwischen spezielle Produkte, die extra für Wasserschäden und Schäden durch andere Flüssigkeiten an Handys angefertigt wurden. Diese luftdicht verschlossenen Beutel sind mit Trockenmitteln bestückt, die noch nicht aktiviert wurden, also die volle Feuchtigkeit von Beginn an aufnehmen können. Die Beutel sind handlich und leicht, lassen sich also auch im Urlaub mitnehmen oder an strategischen Stellen deponieren. Die Sets versprechen das Trocken des Handys innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Dank einem Anzeiger, der angibt wie hoch die Feuchtigkeit im Beutel ist, lässt sich das Smartphone damit sicher und nachvollziehbar trocken.

Das Erste-Hilfe-Set FirstDryKit ist beispielweise hier

First Dry Kit- Erste Hilfe bei nass gewordenen Handys Smartphones
First Dry Kit- Erste Hilfe bei nass gewordenen Handys Smartphones

schon für unter 15 € zu haben, mit versprochenen Blitzversand. Sicherlich ein zu verschmerzender Preis, wenn das Handy am Ende wieder wirklich trocken ist. Wer sich vor dem Wasser-Unfall damit eindeckt, ist am Ende sicherlich der Klügste und bekommt im Badeurlaub vielleicht keine böse Überraschung!

100%-ige Sicherheit kann aber keine der Möglichkeiten bieten. Letztendlich hängt vieles vom Ausmaß des Wasserschadens am Gerät ab. Denn das Wasser kann einen Kurzschluss im System erzeugen, womit das Handy dann nur noch durch eine kostspielige Reparatur rettet werden kann. Aber zuvor sollte man doch versuchen, das liebste Smartphone zu retten.

Übrigens eigenen sich die Trocknungssets auch für andere Geräte, die einen Feuchtigkeitsschaden haben: Kameras, MP3-Player, Uhren, iPods oder Fernbedienungen, die ertränkt wurden. Nur bei Tastaturen wird es wohl schwer, die passen in keinen Beutel rein…

Nackenstützkissen aus Viskoschaum gibt es in unserem Partnershop bettersleepwell.com

0 Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*